Private Krankenversicherung

Während die gesetzliche Krankenversicherung nur alle notwendigen Leistungen abdeckt, erhalten Sie bei privaten Krankenversicherungen eine größere Vielzahl an Tarifoptionen, um Ihrem Verständnis einer idealen Absicherung bestmöglich entgegenzukommen.

Private Krankenversicherung

Top-Leistungen für Ihre Gesundheit – besser privat versichert

Freie Arzt- und Krankenhauswahl, zusätzliche Vorsorgeleistungen und innovative Medikamente und Behandlungsmethoden sind Merkmale der Privaten Krankenversicherung. Es geht um optimale medizinische Versorgung.

Ob die Private Krankenversicherung für Sie in Frage kommt und für ihren individuellen Fall die richtige Wahl ist klären wir in einem persönlichen Beratungsgespräch. Wir betrachten die Vorteile, aber vor allem auch die Nachteile einer PKV kritisch. Sie erhalten immer eine differenzierte Betrachtung ihres Falls. Das kann auch zu der Empfehlung führen, dass eine Zusatzversicherung zur GKV die bessere Lösung ist.

Das „Wie“ wird durch ihre individuellen Anforderungen an einen PKV Tarif bestimmt. Sie haben die Wahl zwischen leistungsstarken Premiumschutz oder solidem Grundschutz. Wir verschaffen Ihnen schnell und bequem einen Überblick über die Anbieter am Markt. Wir besprechen die Konfiguration, was gute Bedingungen ausmacht und welche Gesellschaften stabil und zuverlässig sind. Natürlich achten wir auch auf das Preis-/Leistungsverhältnis.

Wenn alles passt und Sie genug Informationen als Entscheidungsgrundlage haben folgt die Antragstellung bei der gewünschten Gesellschaft. Natürlich lassen wir ihnen ausreichend Zeit diese wichtige Entscheidung in Ruhe zu treffen.

PKV oder GKV? Ein Überblick über Vor- und Nachteile

Um sich für eines der Systeme zu entscheiden, stellen wir Ihnen hier die Unterschiede übersichtlich und transparent vor. So haben Sie einen objektiven Vergleich zwischen GKV und PKV und können eine fundierte Entscheidung treffen.

Wer muss in die GKV – wer kann es sich aussuchen?

Versicherungspflicht – die Mehrheit muss in die GKV

Rund 90% der Bevölkerung sind in der GKV versichert. Die meisten von ihnen haben keine Wahlmöglichkeit und sind sogenannte Pflichtversicherte in der GKV. Der Wechsel von der GKV in die PKV steht allen freiwillig Versicherten offen. Erst ab einem Jahresbruttoeinkommen 64.350 EUR brutto im Jahr bzw. 5.362,50 EUR brutto im Monat (2021) kann man sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen. Selbstständige können sich ebenfalls befreien lassen, das Einkommen sollte nachhaltigem hoch genug sein um in die PKV zu wechseln, denn Beiträge lassen sich durch einen Wechsel nur selten sparen. Beamte können einmalig zwischen den Systemen wählen und entscheiden sich meist am Anfang ihrer Laufbahn für das PKV-System.

Leistung der GKV

Über die Leistungen für GKV- Versicherte werden in der Öffentlichkeit oft negativ dargestellt. Natürlich wird man auch als GKV-versicherte Person behandelt und im besten Fall wieder gesund. Grundlage ist hier § 12 SGB V. Die Behandlung muss „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. In der Praxis läuft es auf eine möglichst einfache und kostengünstige Behandlung hinaus. Das ist leider in den seltensten Fällen die Behandlung und Medikation, die Sie am schnellsten und nachhaltigsten wieder gesunden lässt.

In der GKV sind Leistungen nicht garantiert, Leistungen können während der Laufzeit gekürzt werden. Die übrigen Mehrkosten tragen dann die gesetzlich Versicherten aus eigener Tasche. Die Folge: Mittlerweile müssen gesetzlich Krankenversicherte damit rechnen, wichtige Vorsorgeuntersuchungen oder Zahnersatz nicht mehr von ihrer Kasse bezahlt zu bekommen – z.B. weil sie eine nach hinten verschobene Altersgrenze noch nicht erreicht haben oder für Zahnersatz generell nur eine Minimalversorgung besteht. Bestimmte Eigenbeteiligungen sind durch Überforderungs- bzw. Härtefallklauseln begrenzt.

Überblick GKV Leistungen

Quelle: Eigene Grafik / eigene Recherche (2021)

Kleinere Zusatzbeitragsunterschiede oder Bonusprogramme lassen sich auf https://www.gesetzlichekrankenkassen.de/ vergleichen. Die Unterschiede sind minimal, meist auf weniger wichtige Punkte begrenzt und gleichzeitig von Ihrem individuellen Bedarf abhängig. Weil ein Vergleich unkompliziert und auch für Nicht-Experten möglich ist, bieten wir keine Beratung zur GKV an.

Gut gemeinte Prinzipien

Die Eckpfeiler der GKV sind das Solidaritäts– und das Sachleistungsprinzip.

Solidarisch bedeutet in diesem Fall, dass jeder Versicherte unabhängig von Einkommen bzw. Beitragshöhe und Krankheitsrisiken die gleiche medizinisch-notwendige Leistungen erhält. Ob es hingegen solidarisch ist, ein marodes GKV-System weiterhin mit Beiträgen einer immer kleiner werdenden Zahl von jungen, gesunden Berufstätigen zu füttern steht auf einem anderen Blatt.

Unter Sachleistungsprinzip versteht man die Bereitstellung von medizinischen Sach- und Dienstleistungen durch die Krankenkasse. Dies geschieht ohne finanzielle Vorleistungen der Versicherten, d.h. die Krankenkasse rechnet direkt mit dem Leistungserbringer ab. Vorteil: wenig Aufwand. Nachteil: Der Patient ist außen vor und hat selten ein Mitspracherecht. Keine optimalen Leistungen, in manchen Fällen reicht die pauschale Sachleitung nicht aus um die Kosten des Arztes wirtschaftlich zu decken. Durch Intransparenz und Unwirtschaftlichkeit ist das System anfällig für Abrechnungsbetrug.

Keine Leistungsgarantien in der GKV

Mit mittlerweile 20 „Reformgesetzen“ wurden die Leistungen der GKV immer weiter eingeschränkt. Die Beiträge sind dabei aber trotzdem gestiegen. Für die Zukunft wird es weitere Anpassungen geben. Durch den demographischen Wandel versorgen immer weniger Jüngere immer mehr Ältere mit ihren Beiträgen. Diese Entwicklung ist noch nicht am Höhepunkt, so sind weitere Beitragserhöhungen und Leistungseinschränkungen damit vorprogrammiert. Beachten Sie auch: Leitungen können jederzeit gestrichen werden.

Finanzierung

Die gesetzliche Krankenversicherung finanziert sich nach dem Umlageverfahren. Das heißt: Die laufenden Kosten werden durch die bis zur Beitragsbemessungsgrenze (BBG) einkommensabhängigen Beiträge der Mitglieder finanziert. Die Beitragseinnahmen reichen regelmäßig nicht aus um die Kosten zu decken. Der Bund unterstütz die GKV mit mehreren Milliarden jährlich aus Steuereinnahmen. Die GKV hat keine ausreichenden Reserven, was in den letzten Jahren eine immer stärkere Finanzierung der GKV aus allgemeinen Steuermitteln zu Folge hatte. Für diejenigen die es ganz genau wissen möchten empfiehlt sich die Studie „Zukünftige Entwicklung der GKV-Finanzierung“.

Beiträge GKV

Der allgemeine Beitragssatz beträgt 14,6 Prozent auf die beitrags­pflichtigen Einnahmen des Mitglieds (z.B. Lohn) bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Angestellte und Rentner teilen sich den Beitrag zu je 7,3 Prozent mit dem Arbeit­geber oder dem Renten­versicherungs­träger. Selbst­ständige zahlen den Beitrag allein. Verzichten Selbst­ständige auf ihren Anspruch auf Krankengeld, müssen sie nur den ermäßigten Beitrags­satz von 14 Prozent zahlen. Dies gilt auch für Beamte die sich (in ganz seltenen Fällen) für einen GKV-Verbleib entscheiden. Studenten zahlen derzeit einen ermäßigten Beitrags­satz von 10,22 Prozent, wenn sie sich selbst gesetzlich kranken­versichern müssen. Hinzu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag zwischen 0,39 und 1,9%, je nach Krankenkassen. Auch der Zusatzbeitrag wird bei Arbeitnehmern und Rentnern paritätisch mit Arbeitgeber bzw. dem Rententräger geteilt.

Hinzu kommen die Kosten für die Pflegepflichtversicherung. Der Beitrags­satz beträgt derzeit 3,05 Prozent. Davon tragen Arbeitnehmer und Arbeit­geber jeweils wieder die Hälfte (Ausnahme Sachsen). Kinder­lose über 23 Jahren zahlen zurzeit 3,30 Prozent. Den Aufschlag von 0,25 Prozent­punkten müssen sie allein tragen.

Höchstbeitrag in der GKV

Der Höchstbeitrag zur GKV liegt im Jahr 2021 bei einem allgemeinen Beitragssatz von 14,6%, einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,3% und einem Pflegebeitragssatz von 3,30% bei 928,80 EUR.

Hinzu kommen „versteckte Kosten“ für Zahnersatz, Selbstbehalte und Vorsorgeuntersuchungen. Diese lassen sich zwar teilweise mit privaten Zusatzversicherungen absichern, müssen in irgendeiner Form aber auf den Beitrag hinzugerechnet werden. Der Höchstbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung erhöht sich 2021 im Vergleich zu 2020 um 4,29%.  In der PKV stiegen die Beiträge zwischen 2000 und 2020 laut Branchendienst Map-Report für Angestellte durchschnittlich um rund 3,8% pro Jahr, für Beamte sogar nur um rund 2,9%.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und GKV Krankengeld

Das Krankengeld bietet Kassenpatienten eine Lohnfortzahlung. Es beträgt maximal 70 % des Bruttoeinkommens und ist bei Arbeitnehmern auf 90 % des Nettoeinkommens begrenzt. Dabei werden maximal 70 % der Beitragsbemessungsgrenze gezahlt. Die Leistung ist also auf maximal 112,88 EUR pro Tag begrenzt. Die Einkommenslücke lässt sich bei kleineren Einkommen verschmerzen. Gutverdienern haben hier eine sehr große Versorgungslücke die man mit einem zusätzlichen privaten Krankentagegeld ergänzen sollte. Selbstständige haben nicht automatisch einen Anspruch auf Krankengeld. Durch die aktive Wahl des allgemeinen Beitragssatzes können Sie sich einen Krankengeldanspruch ab dem 49. Krankheitstag sichern oder, meistens die bessere Lösung, eine privaten Krankentagegeldversicherung in ausreichender Höhe abschließen.  Erkrankte Arbeitnehmer erhalten von der Krankenkasse maximal 78 Wochen Krankengeld für dieselbe Krankheit innerhalb von drei Jahren. Zahlt der Arbeitgeber in den ersten sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit die gesetzlich vorgeschriebene Entgeltfortzahlung  bekommt in dieser Zeit kein Krankengeld, die Leistung ist also nur 72 Wochen fällig.

PKV Leistungen

In der PKV sind die Leistungen privatrechtlich und vertraglich zwischen den Versicherten und der Versicherungsgesellschaft vereinbart. Deshalb kann der Umfang der Leistungen zum Großteil individuell gestaltet werden. Die Leistungen reichen vom Hochleistungstarif bis zur Basisabsicherung (die in manchen Fällen schlechter sein kann als die GKV). Zusatzbausteine wie Beitragsreduzierung im Alter, Selbstbehalte, Kur, Krankenhaustagegeld oder Auslandsreiseversicherung lassen sich zusätzlich kombinieren. Vorteile: nachträgliche Leistungseinschränkungen gibt es in der PKV nicht. Die Leistung orientiert sich bei der medizinischen Notwendigkeit an der ärztlichen Kunst und also dem aktuellen Stand der Medizin– und nicht an Leistungskatalogen und Reglementierungen wie in der GKV.

Das Kostenerstattungsprinzip in der PKV

In der PKV sind Sie und der Arzt Vertragspartner. Der Arzt schreibt Ihnen eine Rechnung über die erbrachten Leistungen -transparent und nach den Regeln der Gebührenordnung. Sie holen sich die Kosten bei ihrer Versicherung zurück – je nach vereinbarten Leistungsumfang. Ihr Vorteil: Sie haben ein Mitspracherecht bei der Wahl des Arztes, des Krankenhauses und bei den verordneten Medikamenten.

Privat Versicherte müssen daher keine zukünftigen Leistungseinschränkungen fürchten. Besser noch: Die Leistungen der PKV orientieren sich bei medizinischer Notwendigkeit an der ärztlichen Kunst – ohne die aus der GKV bekannten Reglementierungen.

PKV Finanzierung

Die PKV finanziert sich mit dem sogenannten Kapitaldeckungsverfahren. Der Beitrag wird über die gesamte Versicherungsdauer so kalkuliert, dass er bei jungen Leutenoberhalb der zu erwartenden Kosten liegt (positive Differenz). Die positive Different wird zurückgelegt um damit die höheren Krankheitskosten im Alter zu decken.  Denn dann liegt der Beitrag unter den zu erwartenden Leistungen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Beitrag nicht alleine wegen des Älterwerdens steigt.

Die Beitragssteigerungen haben also nichts mit dem älter werden zu tun, sondern haben Ihre Ursache z.B. der Kostensteigerung im Gesundheitswesen.

Aus dieser positiven Differenz werden Alterungsrückstellungen gebildet. Zusätzlich enthält jeder PKV-Beitrag eine gesetzliche Rückstellung von 10% um zusätzliche Rückstellungen aufzubauen. Diese werden von der Gesellschaft angelegt und sorgen dafür, dass die Beiträge zur PKV im Alter bezahlbar bleiben.

Auch an den Beiträgen zur privaten Krankenversicherung beteiligt sich der Arbeitgeber mit bis zu 50 %, immer in der gleichen oder maximal in der Höhe die er auch in der GKV dazu zahlen würde.

Krankentagegeld bei Arbeitsunfähigkeit in der PKV

In der PKV können bis zu 100% des tatsächlichen Nettoeinkommens als Krankentagegeld (KTG) versichert werden. Diese Leistung ist steuerfrei. Beziehen Sie Krankentagegeld ist der PKV Beitrag weiter zu entrichten. Deshalb sollten Sie eine ausreichende Höhe absichern und an dieser Stelle nicht sparen. Prinzipiell hat das KTG keine Leistungszeitbegrenzung- stellt der Versicherer aber eine Berufsunfähig fest, stellt er die Leitungen ein. Eine genaue Planung ist hier unumgänglich.

Faustregel: Ein Krankentagegeld unter 140 EUR pro Tag ist zu wenig.

Immer wichtig – die Berufsunfähigkeitsversicherung

Egal in welchem System Sie sich befinden – im Falle einer Berufsunfähigkeit müssen Sie ihre Krankenversicherung weiterbezahlen und ggf. bzw. später ein wegfallendes Kranken(-tage)geld ersetzen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung in der richtigen Höhe ist also quasi eine „Pflichtversicherung“.

Sie haben eine Frage? Buchen Sie hier direkt einen Termin.

PKV – der richtige Tarif

Was für den individuellen Kunden der richtige Tarif ist lässt sich pauschal nicht sagen. Deshalb sind auch „Tests“, „Rankings“ und „Ratings“ mit Vorsicht zu genießen. Willkürlich festgelegte Testkriterien oder deren Einfluss auf die Endwertung (zählt eine Brille so viel wie ein Rollstuhl?) verfälschen das Ergebnis. Oft ist auch die Anzahl der berücksichtigen Gesellschaften und Tarife eingeschränkt oder bewusst verfälscht, je nachdem wer diesen Test bezahlt hat. 

Für Versicherungsunternehmen ist es natürlich erstrebenswert mit möglichst vielen Testsieger-Siegel zu werben. Deshalb sind die meisten Tests bezahlt- oder der Initiator selbst ist daran interessiert, möglichst viele Testsiegel-Lizenzen zu verkaufen und testet deshalb zumindest diskussionswürdig: Beispiel Stiftung Warentest.

Die Werbung der Unternehmen hilft Ihnen nicht weiter. Alle werben mit dem angeblich tollsten Tarif und grünen Häkchen hinter eher unwichtigen Kriterien wie Brille, 1-Bettzimmer oder Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit.

Deshalb bieten wir Ihnen hier einen Überblick über wirklich wichtige Kriterien einer guten PKV: Entscheiden Sie selbst wo Sie ihre Schwerpunkte setzen. Für eine PKV-Beratung vereinbaren Sie einen Termin in dem wir die Themen nochmal im Detail besprechen. Wir wissen immer noch ein bisschen mehr als hier steht 😉

Leistungen im ambulanten Bereich

Haus-/Primärarztprinzip

Das Hausarztprinzip bezeichnet eine Pflicht bei jeder akuten Erkrankung zunächst den Hausarzt aufzusuchen. Das Primärarztprinzip greift etwas weiter und erlaubt neben dem Hausarzt auch das direkte Aufsuchen von Internisten, Frauenärzten oder Not- und Bereitschaftsärzten. Die Idee dahinter ist, dass der Allgemeinmediziner Sie entweder selbst behandelt (und das ist meist günstiger als der Facharzt) und prüft, ob eine Facharztbehandlung überhaupt notwendig ist. Kommt der Arzt zu diesem Schluss, überweist er Sie zum passenden Facharzt.

Verstößt man geben die vereinbarten Prinzipien, erstattet die Krankenversicherung nicht die kompletten Kosten, sondern z.B. nur 80%. Bei teureren oder langwierigen Krankheiten kann der Patient also auf hohen Kosten sitzen bleiben.

Diese Tarife gehören oft zu den etwas günstigeren Tarifen. Das liegt meist nicht nur am Hausarztprinzip, sondern auch an ansonsten eher schlechte Leistungen. Gute Tarife lassen direkt eine freie Arztwahl zu, schließlich weiß man in der Regel, welcher Facharzt für seine Beschwerden in Frage kommt. Den Zeitaufwand für die Hilfestellung des Hausarztes, den richtigen Facharzt zu finden, kann man sich in der Regel sparen. Der Gang zum Hausarzt seines Vertrauens steht einem aber natürlich trotzdem offen.

Ob dieses Leistungsmerkmal für Sie wichtig ist, müssen Sie mit vielen anderen Kriterien abwägen.

Gebührenordnung und Analogabrechnung

Die Gebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte (GOÄ/GOZ) gibt die Mindest- und Höchstsätze vor, die ein Arzt für seine Leistungen von einem Privatpatienten verlangen kann und regelt wie er seine Leistungen abzurechnen hat. Als Vergütung stehen dem Arzt nach GOÄ/GOZ Gebühren, Entschädigungen (z.B. Wegegeld) und Ersatz von verbrauchten Materialen zu. Für jede im Verzeichnis aufgeführte Leistung ist ein Eurobetrag hinterlegt. So finden Sie z.B. unter Punkt 8 „Erstellung eines Ganzkörperstatus“ einen Betrag von 15,15 EUR.

Es steht im Ermessen des Arztes, den so ermittelten Betrag mit einer Zahl zwischen 1 und 3,5 zu multiplizieren. Welchen Wert der Arzt nimmt, richtet sich nach dem Schwierigkeitsgrad, dem Zeitaufwand sowie den Umständen im Einzelfall. Zwischen dem 1 und 2,3-fachen Satz kann der Arzt in den meisten Fällen frei entscheiden. Was würden Sie lieber als Lohn für Ihre Arbeit haben- 15,15 EUR oder 34,84 EUR? Das sieht der Arzt genauso und rechnet den höheren Satz ab. Ist eine Behandlung außergewöhnlich schwierig (beim Zahnarzt reicht dafür „erhöhter Speichelfluss“) kann der Arzt auch den 3,5-fachen Satz abrechnen, in unserem Beispiel also 53,02 EUR. Das ist noch besser für den Arzt und es kommt in sehr vielen Fällen vor, dass dieser Satz erreicht wird.

Honorarvereinbarung über die Höchstsätze hinaus

Die Gebühren und Steigerungssätze der GOÄ sind festgelegt. In manchen Fällen können Ärzte, vor allem Spezialisten in ihrem Fachgebiet, die Höchstsätze der GOÄ überschreiten. Dann kann z.B. der 6 oder auch 9-fache Satz abgerechnet werden.  Erforderliche ist eine individuelle, schriftliche Vereinbarung zwischen Arzt und Patient vor der Behandlung. Dies kommt regelmäßig in komplizierten Fällen vor.

Weltweiter Schutz

Sehr gute Krankenversicherer erstatten bei einer gezielten Behandlung im Ausland die „ortsüblichen Aufwendungen“. Sie haben also die Möglichkeit, sich nicht nur den besten Behandler in Deutschland, sondern die besten Experten der Welt auszusuchen.  In weltweiten Vergleich ist die deutsche Medizin schon sehr weit. Die Forschungskapazitäten sind andernorts aber deutlich größer, z.B. in den USA. Viele Innovationen kommen von dort und sind dort früher verfügbar. Die Zulassung von Medikamente ist unkomplizierter- ein Beispiel ist die Corona/ Covid 19 Impfung im Jahr 2020. Die Behandlungskosten übersteigen unsere Gebührenordnung aber deutlich. Das Aufsuchen eines Spezialisten, der Sie ggf. mit einer neuen Methode von Krebs befreien kann, wird ein Vermögen kosten. Eine sehr gute Krankenversicherung übernimmt diese Kosten.

Analogabrechnung

Die GOÄ wird nur in großen Abständen aktualisiert und ist teilweise veraltet bzw. noch nicht um aktuelle Leistungen ergänzt. Das Gesetz bietet dem Arzt die Möglichkeit, die fehlenden Punkte analog abzurechnen.

Ein einfaches Beispiel: Betäubung von Zahnfleischtaschen (Sulcusanästhesie) mittels eines Gels, ohne Injektion. Vorteil: Die Anwendung ist minimalinvasiv und lokal begrenzt. Diese Methode der Betäubung kann alternativ zur Injektion eingesetzt und analog abgerechnet werden. Dabei werden die Nachteile der Spritze (Schmerzen, langdauernde Wirkung, möglicherweise auftretende Nebenwirkungen) umgangen.

Die Rechnung sieht z.B. so aus:

Manche Versicherer beschränken sich auf das GOÄ-Verzeichnis und sehen für noch nicht enthaltene Leistungen keine Kostenerstattung vor oder schränken diese vertraglich ein. „Für ärztliche oder zahnärztliche Leistungen, die in der GOÄ oder GOZ nicht aufgeführt sind, können freiwillige Leistungen gezahlt werden” (Auszug aus den Bedingungen der DEBEKA). Das Ergebnis: DEBEKA- Versicherte zahlen ggf. einen Teil ihrer (Zahnarzt-) Rechnung selbst.

Bei der Betäubung einer Zahntasche hält sich der Schaden noch in Grenzen, sind teurere oder häufigere Behandlungen nötig bleiben schnell hohe Kosten beim Patienten übrig.

Empfehlung

Eine Krankenversicherung sollte mindestens bis zum Höchstsatz (3,5-fach) leisten. Das ist die Minimalanforderung, ansonsten bleiben Sie regelmäßig auf hohen Kosten sitzen. Eine zunächst billige Krankenversicherung wird oft später zur Kostenfalle.

Sicherheit in vielen Fällen bietet eine Krankenversicherung die über den Höchstsatz hinaus erstattet. Nur so steht Ihnen, zumindest in Deutschland, tatsächliche Spitzenmedizin ohne finanzielles Risiko offen.

Die optimale Lösung: Erstattung inkl. Analogabrechnungen und ohne Bindung an GOÄ/GOZ im Inn- und Ausland.

1, 2- oder Mehrbettzimmer /Wahlarzt oder Chefarzt?

Sie haben in vielen Tarifen die Wahl zwischen 1,2- oder Mehrbettzimmertarifen. Die Anzahl der fremden Leute in Ihrem Zimmer ist eher eine Komfortfrage. Für die optimale Genesung sind aber wohl eher weniger Menschen im Raum besser. Ebenso für die Vermeidung von Infektionsrisiken.  Es soll auch Leute geben, die vom Krankenhausbett weiter arbeiten und deshalb ein 1-Bettzimmer schätzen.

Viel wichtiger ist aber, dass die PKV einen Wahlarzt bezahlt -d.h. Sie können sich den behandelnden Arzt aussuchen. Vorteil: Sie nehmen den, der es am besten kann; das muss nicht immer der Chefarzt sein. Ein GKV- Versicherter oder jemand mit einem schwachen PKV-Tarif nehmen den Arzt der noch üben muss.

Offener Hilfsmittelkatalog

Hilfsmittel sind Prothesen und Orthesen, Krücken, Hörgeräte, Rollstühle- auch Elektrische, Beatmungsgeräte, Inkontinenzhilfen, Kompressionsstrümpfe, Kunstaugen und weitere technische Dinge. Gute Tarife übernehmen eine Leistung für alle lebenserhaltenden Hilfsmittel. Sehr gute Tarife verfügen über einen sogenannten „offenen Hilfsmittelkatalog“. Das bedeutet, dass grundsätzlich erstmal für alle medizinisch notwendigen Hilfsmittel Leistung übernommen wird.

Ein offener Hilfsmittelkatalog erstattet alle medizinisch notwendigen Hilfsmittel, dies gilt insbesondere für neu entwickelte, kostenintensive Hilfsmittel. Versicherer mit einem geschlossenen Hilfsmittelkatalog haben eine abschließende Auflistung von Hilfsmitteln inkl. Preisbegrenzung. Bereits nach einigen Jahren ist diese Liste meist überholt, bzw. reichen die verzeichneten Preise nicht mehr aus um die Kosten zu decken.

Heilmittel

Massagen, Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie sollten ohne weitere Selbstbehalte erstattet werden.

Medikamente

Gute Tarife leisten für alle medizinisch notwendigen Medikamente ohne Zuzahlung und ohne Verweis auf Generika. Zusätzlich zu den klassischen Medikamenten sollten gute Tarifen Nährmittel bei künstlicher Ernährung einschließen.

Krankentransport

Gute Tarife leisten für ambulanten und stationären Transport.

Psychotherapie

Gute Tarife leisten hier in der Regel für 50 ambulante Sitzungen ohne vorherige Genehmigung durch die Krankenkasse. Ebenso sollte die Leistung für stationäre Psychotherapie übernommen werden.

Anschlussheilbehandlung

Die Anschlussheilbehandlung (auch Anschlussrehabilitation) ist eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme, die im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt durchgeführt wird. Die Anschlussrehabilitation kann ambulant, stationär oder teilstationär durchgeführt werden.

So lange man Arbeitnehmer ist und in die Rentenversicherung einzahlt, übernimmt die Deutsche Rentenversicherung diese Kosten. Fällt aber die Rentenversicherung als Leistungsträger weg, z.B. in der Rentenzeit, im Versorgungswerk oder als Selbstständiger muss die private Krankenversicherung einspringen. Gute Tarife leisten für die Anschlussheilbehandlung in vollem Umfang.

Vorsorgeuntersuchungen

Ein guter Tarif sollte Vorsorgeuntersuchungen auch über die gesetzlich eingeführten Programme hinaus übernehmen. Jede anerkannte Maßnahme zur Früherkennung von Krankheiten sollte erstattet werden, unabhängig von der Anzahl oder eines Alters.

Krankentagegeld

Das Krankentagegeld sollte in ausreichender Höhe abgeschlossen werden, ungefähr in Höhe des Nettoeinkommens.

Auslandsreisekrankenversicherung für privat Krankenversicherte: Während des ersten Monats eines vorübergehenden Aufenthaltes im außereuropäischen Ausland besteht auch ohne besondere Vereinbarung Versicherungsschutz. Muss der Aufenthalt wegen notwendiger Heilbehandlung über einen Monat hinaus ausgedehnt werden, besteht Versicherungsschutz, solange die versicherte Person die Rückreise nicht ohne Gefährdung ihrer Gesundheit antreten kann, längstens aber für weitere zwei Monate. In schwächeren Tarifen ist die Leistung aber auf die Kosten beschränkt, die in Deutschland angefallen wären.

Für privat Krankenversicherte ist also ebenso der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung empfehlenswert.

  • Keine Begrenzung auf deutsche Kostensätze (GOÄ)- diese reichen in vielen anderen Ländern (z.B. USA) nicht aus. Hier können hohe Kosten übrigbleiben. Bei einer nicht gezielten Auslandsbehandlung erstattet eine zusätzliche Auslandsreise-KV für ca. 1 EUR pro Monat die vollen Kosten.
  • Bleiben Sie in der PKV eine Zeit lang leistungsfrei, so erhalten sie in vielen Tarifen Beiträge zurück. Im Urlaub entstandene Kosten rechnen Sie einfach über die Auslands-KV ab, der Hauptteil ihrer PKV bleibt „Beitragsrückerstattungsunschädlich“.

Solide Tarifkalkulation

Wie so oft im Leben ist der Preis nicht alles. Zu günstig kalkulierte Tarife erfahren irgendwann höhere Beitragssteigerungen, ein Wechsel ist dann meist aber nicht mehr möglich. Besser Sie starten von Anfang an mit dem richtigen Tarif und einer Gesellschaft, die solide Bilanzkennzahlen vorweist. Ein Blick in die Vergangenheit der Tarife sagt oft viel aus.

Fazit:

Überlegen Sie schon mal, was ihre Krankenversicherung können soll. Die individuell wichtigen Dinge werden von uns im Beratungsgespräch mit Hilfe professioneller Vergleichssoftware verdeutlicht. Einige Punkte ergänzen wir noch oder verfeinern die oben aufgeführten Kriterien. Wir wissen immer noch etwas mehr als hier geschrieben steht 😊.

Sie haben eine Frage? Buchen Sie hier direkt einen Termin.

Kritik an der PKV – ein Faktencheck

Häufig treffen wir im Beratungsgespräch zur privaten Krankenversicherung auf die folgenden sechskritische Fragen. Es ist sehr wichtig, diese Fragen vor der Entscheidung für oder gegen eine private Krankenversicherung genau zu beantworten. Ein Wechsel ist immer eine individuelle Entscheidung. Pauschale Aussagen wie „die PKV ist im Alter immer zu teuer“ oder „mit Kindern ist die GKV besser“ sind viel zu einfach und meist nicht bis zum Ende gedacht.

Interessenten müssen sich mit diesen Fragen kritisch auseinandersetzen:

  1. Was ist mit den Beiträgen im Alter- wird die PKV teurer als die GKV?
  2. Wie komme ich zurück in die GKV?
  3. Wie hoch sind die PKV-Kosten mit Familie- ist da die GKV nicht besser?
  4. Was passiert, wenn die Bürgerversicherung eingeführt wird?
  5. Ist die PKV unsolidarisch?
  6. Kann ich die PKV wechseln, wenn ich nicht zufrieden bin?

1. Was ist mit den Beiträgen im Alter- wird die PKV deutlich teurer als die GKV?

Die PKV wird im Rentenalter unfassbar teuer? Sind das medial ausgeschlachtete Extrembeispiele oder stimmt das? Richtig ist: Sowohl in der privaten als auch in der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Beiträge steigen. Beide versichern die Gesundheit von Menschen. Die Ursachen für Kostensteigerungen betreffen beide Systeme. Fakt ist: PKV-Versicherte Angestellte sind keine Durchschnittrentner, sondern haben im Alter deutlich höher Renten und weiter Einkünfte als der Durchschnitt! Günstige GKV Beiträge wird diese Gruppe also auch im Alter nicht haben!

Kalkulation der PKV Beiträge

Wichtig: Der Beitrag steigen nicht, weil man älter wird! Der Beitrag einer privaten Krankenversicherung wird über die gesamte Versicherungsdauer konstant kalkuliert, so dass er bei jungen Leuten oberhalb der zu erwartenden Kosten liegt (positive Differenz). Die positive Differenz wird zurückgelegt um damit die höheren Krankheitskosten im Alter zu decken. Denn dann liegt der Beitrag unter den zu erwartenden Leistungen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Beitrag nicht alleine wegen des Älterwerdens steigt. Zusätzlich enthält jeder PKV-Beitrag eine gesetzliche Rückstellung von 10% um zusätzliche Rückstellungen aufzubauen. Diese werden von der Gesellschaft angelegt und sorgen dafür, dass die Beiträge zur PKV im Alter bezahlbar bleiben.

Die Beitragssteigerungen haben also nichts mit dem Älterwerden zu tun, sondern haben Ihre Ursache z.B. in der Kostensteigerung im Gesundheitswesen, der sog. medizinischen Inflation.

Ganz informativ erklärt der PKV Verband das Thema in diesem Video.

Während die PKV also für die Zukunft vorsorgt, gibt die GKV im Umlageverfahren alle Beitragseinnahmen direkt wieder aus.

Warum steigt der Beitrag- Hauptgrund medizinische Inflation

Die medizinische Inflation beschreibt die Preissteigerung um Gesundheitswesen. Die Treiber dieser Inflation sind die Zunahme der Behandlungskosten sowie die Kosten für neue Medikamente. Hinzu kommen die allgemeine Lohnentwicklung des medizinischen Personals und die steigende Lebenserwartung der Patienten. Die medizinische Inflation hat einen großen Einfluss auf die Beitragsentwicklung in der Krankenversicherung. Dies gilt für PKV und GKV gleichermaßen. So ist der Beitragsverlauf ist in beiden Systemen ähnlich. In der GKV müssen allerdings zusätzlich noch neu eingeführte Leistungskürzungen und Selbstbehalte berücksichtig werden. Die Steigerung von 3,3% p.a. ist also noch etwas höher als die offiziellen Zahlen auf den ersten Blick verdeutlichen.

Quelle: Wissenschaftliches Institut der PKV

Wie hoch wäre Ihr GKV-Beitrag als Rentner?

Der GKV- Beitrag im Alter hängt von ihrem Status (pflichtversichert in der Krankenversicherung der Rentner oder freiwillig gesetzlich versichert) und der Höhe Ihrer Einnahmen ab, siehe Tabelle. Die Krankenversicherungsbeiträge werden zum Teil direkt von der Rentenversicherung an die GKV überwiesen ohne Umweg über Ihr Konto- deshalb kommt vielen Rentnern der Beitrag zur GKV niedrig vor.  PKV Beiträge werden komplett von Ihrem Konto abgebucht. Aber auch für PKV versicherte Rentner gibt es vom Rentenversicherungsträger den gleichen Zuschuss in Höhe von 7,95 % (Hälfte allgemeiner Beitragssatz plus Hälfte durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz) des Rentenzahlbetrages. Je 1.000 Euro Rente ermäßigt sich der PKV-Beitrag also noch einmal um 79,50 EUR!

Beispiel: Beitragshöhe GKV-Versicherte Rentner

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung sind hohe Beiträge (max. 928,80 EUR monatlich für Kranken+ Pflege) bei entsprechendem Einkommen zu bezahlen. Hinzu kommen noch Selbstbehalte und Kosten für Zusatzversicherungen. Für viele Gutverdiener, die eine hohe gesetzliche Rente erwarten bzw. als freiwillig Versicherte (z.B. Mitglieder eines Versorgungswerkes) auf nahezu alle Ihre Einnahmen Krankenversicherungsbeiträge zahlen lohnt sich ein Blick in Richtung PKV. Mitglieder eines Versorgungswerkes haben wie im Beispiel besonders schnell hohe Beiträge, wenn sie in der gesetzlichen Krankenversicherung geblieben sind und im Alter nicht Mitglied der sog. “Krankenversicherung der Rentner” (KVdR) werden können.

Beitragshöhe PKV-versicherter Rentner

Statt um Kosten sollte es vor allem um Gesundheit und die optimale Behandlung gehen. Denn im Fall einer schweren Krankheit werden Sie jeden Preis bezahlen um wieder gesund zu werden. An dieser Stelle noch einmal einige Vorteile der PKV:

  • Bessere Leistung in guten Tarifen als die GKV
  • Aufbau von Altersrückstellungen
  • Vertraglich garantierte, nicht kürzbare Leistungen
  • Beitrag stieg von 2011- 2021 weniger stark als in der GKV

Womit muss man im Alter rechnen?

Rechnet man einen Beitrag von 600 EUR eines 30- jährigen PKV-Versicherten mit der oben genannten Steigerungsrate von 3 Prozent bis zum 67 Lebensjahr hoch, kommt man auf einen Wert von 1791,14 EUR. Hierbei sind nur die Beitragsbestandteile enthalten die auch für Rentner relevant sind: Krankentagegeld und 10% gesetzlicher Zuschlag fallen spätestens zum Rentenbeginn weg.

Das stimmt auch mit der Aussage von Stiftung Finanztest überein, die in Ihrer Ausgabe vom 21.01.2021 von einer Verdreifachung der PKV Beiträge bis zum Rentenalter ausgehen. Beiträge zu sparen ist nicht das richtige Motiv  für einen Wechsel- es geht um bessere Versorgung die man sich leisten können muss! Eine ausreichende Altersvorsorge ist also unumgänglich.

Sogenannte Einsteigertarife und Tarife die im Marktvergleich außergewöhnlich günstig sind haben häufig ein höheres Anpassungsbedarf als etablierte Premiumtarife, in denen von vorn herein etwas großzügiger kalkuliert wird. Wer befürchtet, dass seine Alterseinkünfte zu niedrig sind, um sich den Versicherungsschutz leisten zu können, für den gibt es Angebote von Beitragsentlastungstarifen, um gezielt zusätzlich finanziell, teils sogar mit Hilfe des Arbeitgebers, vorzusorgen.

Auswirkung Niedrigzinsphase

Die PKV legt einen Teil der Beiträge wie bereits bekannt für das Alter zurück. Bis zum Jahr 2012 wurden die Tarife mit einem Rechnungszins von 3,5 Prozent kalkuliert, danach wurde der Rechnungszins auf 2,75% gesenkt. Durch die Niedrigzinsphase war ein Rechnungszins von 3,5% nicht zu halten. Im Jahr 2019 lag der durchschnittliche Rechnungszins über alle Bestände dann bei 2,6%. Viele Gesellschaften sorgen bereits jetzt vor und kalkulieren neue Tarife noch vorsichtiger mit einem Rechnungszins von 2,5, 2,0 oder gar nur 1,0 Prozent.

2019 liegt die Nettoverzinsung im Marktdurschnitt bei 3,1%, also deutlich über dem durchschnittlich erforderlichen Rechnungszins.

Ohne etwas zu versprechen: steigen die Zinsen wieder hat das positive Auswirkungen auf die Beiträge. In einem Versicherungszeitraum von 50 Jahren und mehr ist das ein sehr wahrscheinliches Szenario.

Beitrag trotzdem zu hoch?

Leistungsreduzierung und höherer Selbstbehalt

Ein Downgrade in einen leistungsschwächeren Tarif ist meistens möglich. Auch eine Erhöhung des Selbstbehaltes (SB) bringt eine Verringerung des monatlichen Zahlbeitrages. Es ist immer eine individuelle Entscheidung. Manche Leistungen werden als Rentner vielleicht nicht mehr gebraucht (1-Bettzimmer, Verzicht auf Primärarztprinzip…), für vermögende Rentner kann auch ein höherer SB ein gutes Geschäft sein.

Standardtarif

Für vor 2009 bereits PKV-Versicherte besteht die Möglichkeit unter Anrechnung der Alterungsrückstellung in den sogenannten Standardtarif des bisherigen Versicherungsunternehmens zu wechseln. Dieser darf den Höchstbeitrag der GKV (2021: 769,16 EUR inkl. Zusatzbeitrag) nicht überschreiten. Im Durchschnitt lag der Standardtarif bei ca. 300 EUR monatlich. Die Rentenversicherung zahlt davon bei durchschnittlicher Rente die Hälfte. Die Leistungen liegen damit auf GKV-Niveau.

Basistarif

Alle privaten Krankenversicherungsunternehmen müssen den Basistarif anbieten. Kunden müssen angenommen werden und Zuschläge oder Ausschlüsse bestimmter Leistungen wegen eines erhöhten gesundheitlichen Risikos sind hier nicht zulässig. Die Leistung orientiert sich an der GKV. Der Versicherungsbeitrag darf den GKV-Höchstbeitrag (2021: 769,16 EUR inkl. Zusatzbeitrag) nicht überschreiten. Der Beitrag wird noch um die bisher aufgebauten Alterungsrückstellungen verringert. Das führt bei langjährig Versicherten zu enormen Beitragseinsparungen. Ist jemand Sinne des Sozialrechts hilfsbedürftig und kann die Beiträge nicht bezahlen, wird die Prämie halbiert. Ist auch das immer noch zu viel, leistet der Grundsicherungs- beziehungsweise Sozialhilfeträger Zuschüsse im erforderlichen Umfang, um Hilfsbedürftigkeit zu vermeiden. Auch vor 2009 Versicherte können ab 55 in den Basistarif wechseln oder wenn sie finanziell hilfebedürftig sind.

Kosten für GKV-Versicherte Rentner im Höchstsatz

Rechnet man den Höchstbeitrag 928,80 EUR (2021) mit 3,3% (der oben angegeben Steigerungsrate) über 37 Jahre hoch, kommt man auf einen Höchstbeitrag im Jahr 2058 von 3087,90 EUR. In der GKV kommt noch dazu, dass ihre Beiträge nach dem Umlageverfahren kalkuliert werden. Die laufenden Einnahmen werden unmittelbar zur Finanzierung der Leistungsausgaben verwendet. Der Aufbau von Deckungskapital ist nicht vorgesehen. Die anstehenden demografischen Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur haben unmittelbare Auswirkungen: Die Zahl der zukünftigen Beitragszahler, die mehr in das System einzahlen als sie an Leistungen erhalten, sinkt. Im Jahr 2050 wird ein Drittel unserer Bevölkerung 60 Jahre oder älter sein (siehe: statistisches Bundesamt), es kommen mehr „teure Mitglieder“ hinzu. In der Folge muss entweder der Beitragssatz steigen und/oder Leistungen gekürzt werden. Das belastet vor allem Ältere und Kranke.

Der Höchstsatz GKV hat sich seit Einführung der Pflegepflichtversicherung im Jahr 1995 von 394,82 EUR auf 928,90 EUR im Jahr 2021 bereits in 26 Jahren ver2,35-facht. Die GKV bekommt zusätzlich zu ihren Beitragseinnahmen Zuschüsse aus Steuermitteln (2020: 14,5 Milliarden EUR). Ohne diese würden die Beitragssteigerungen noch deutlich höher ausfallen.

Fazit: Die PKV ist das langfristig das deutlich besser aufgestellte System. Die Beitragssteigerungen sind im Schnitt geringer als in der GKV, wenn diese auch eher sprunghaft und nicht „gleichmäßig“ eintreten. Auf die Niedrigzinsphase haben die Gesellschaften reagiert: bei Alttarifen ist die Anpassung schon größtenteils erledigt, bei Neuabschlüssen wird direkt mit niedrigeren Werten kalkuliert. Für freiwillig GKV-Versicherte mit erwartbarere hoher Rente, etwa aus einem Versorgungswerk, ist der jährlich steigernde Höchstbeitrag GKV eine hohe finanzielle Belastung. Hier kann sich die PKV lohnen, auch wenn man einen Wechsel nicht allein aus Kostengründen erwägen sollte, sondern für eine bessere Versorgung. In beiden Fällen ist ausreichend Altersvorsorge nötig.

Wie komme ich zurück in die GKV?

Diese Frage stellt sich eigentlich nicht- warum sollte man in ein schlechter aufgestelltes System zurückkehren, wenn man bei der Auswahl der PKV wichtige Punkte berücksichtigt hat?

Bis zum 55. Lebensjahr ist eine Rückkehr in die GKV möglich:

  • Für Angestellte durch ein Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze. Das heißt ein regelmäßiges Bruttoeinkommen unter 64350 Euro pro Jahr. Variable Gehaltsbestandteile zählen hier nicht (insbesondere variable Provisionen). Personen die Nahe an dieser Grenze verdienen können ggf. auch mit einer Entgeltumwandlung (Betriebliche Altersvorsorge) versicherungspflichtig werden- 2021 max. 3408 EUR.
  • Für Selbstständige bei Aufnahme einer versicherungspflichtigen Angestelltentätigkeit.
  • Ohne Einkommen (< 451 EUR monatlich) über die Familienversicherung des Ehepartners.
  • Bundesfreiwilligenjahr
  • Arbeitslosigkeit

Danach ist eine Rückkehr nur in Ausnahmefällen möglich.

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Privat versichert bei Arbeitslosigkeit

Und was geschieht bei Berufsunfähigkeit?

Privatversicherte, die vor dem 55. Lebensjahr arbeitslos werden und ALG I beziehen werden in der Regel in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Nach dem 55 Lebensjahr bleiben Arbeitslose in der Regel in der PKV. Hier ist eine Entlastung häufig über einen Tarifwechsel, den Basis- oder Standardtarif möglich.

Ist man in den letzten fünf Jahre in der PKV versichert gewesen und von Arbeitslosigkeit betroffen, kann man sich innerhalb von drei Monaten von der Versicherungspflicht befreien lassen und privat versichert bleiben (§ 8 Abs. 1 Nr. 1a SGB V). Die Bundesagentur für Arbeit zahlt einen Teil zur privaten Krankenversicherung dazu (§ 258 SGB V). Die Höhe bemisst sich an dem, was eine Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Kranken- und der Pflegeversicherung kosten würde. Bei längerer Arbeitslosigkeit ist die Rückkehr allem für alleinverdienende Ehepartner und mit Kindern meist die bessere Variante, hier profitieren man von der kostenlosen Familienversicherung. Der PKV-Verbleib ist für Singles oder Doppelverdiener mit kurzfristiger Arbeitslosigkeit der Verbleib in der PKV meist die bessere Wahl

Scheidet man vorübergehend aus der PKV aus, sollte man den Tarif auf eine Anwartschaft umstellen. Manche Krankenversicherer machen das bei Arbeitslosigkeit sogar eine Zeit lang kostenfrei. Damit sichert man sich die Rückkehr in die PKV ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Ausführlich zusammengefasst ist das Thema auch beim PKV-Verband zu finden.

Bei Berufsunfähigkeit (BU) ist man als Angestellter in der Regel zunächst arbeitslos und wird dann vor dem 55. Lebensjahr in der GKV versichert, es sei denn man lässt sich befreien. Alle anderen, auch die, die dem Arbeitsmarkt auf Grund massiver Gesundheitsschäden nicht zur Verfügung stehen, bleiben in der PKV (Selbstständige, Privatiers,…). Gleich ob PKV oder GKV versichert, eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist unverzichtbar. Ihr Lebensunterhalt inkl. zusätzliche Altersvorsorge und Krankenversicherungsbeiträge müssen aus Ihrer Berufsunfähigkeitsrente bezahlt werden! Näheres zum Thema “Krankenversicherungsbeitrag und Berufsunfähigkeitsrente” lesen Sie hier nach.

Wenn Sie also noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung haben, sollten Sie diese parallel zur PKV in ausreichender Höhe (meist Nettoeinkommen) abschließen. Bei hohen BU-Renten ist eventuell eine ärztliche Untersuchung nötig. Diese sollte dann nach der PKV-Antragstellung erfolgen um böse Überraschungen durch Zufallsbefunde zu vermeiden.

Wie hoch sind die PKV-Kosten mit Familie- ist da die GKV nicht besser?

In der GKV ist jedes Familienmitglied ohne Einkommen beitragsfrei über die Familienversicherung mitversichert. Das ist für die „klassische“ Rollenverteilung mit einem nicht arbeitenden Hausmann/Hausfrau und vielen Kindern ein gutes Modell. Heute arbeiten aber meist beide Elternteile und haben so ihren eigenen Beitrag zu entrichten.

In der PKV gibt es keine Familienversicherung. Jeder muss in der privaten jeder selbst versichert sein und einen eigenen Beitrag zahlen. Dafür hat jeder dann auch Anspruch auf optimale medizinische Versorgung. Der Beitrag für Kinder fällt bis zum Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums an. Dann versichern sich die Kinder selbst und zwar entweder gesetzlich oder zu sehr moderaten Ausbildungstarifen in der PKV.  Der Zeitraum einer Mehrbelastung durch Kinder ist also begrenzt.

Beitrag für Kinder in der PKV

Die Pflegepflichtversicherung ist für Kinder Beitragsfrei enthalten. In den Tarifen werden keine Altersrückstellungen gebildet. Für Kinder liegt der Beitrag bei ca. 150 EUR pro Monat. Für Beamtenkinder mit 80% Beihilfe werden ca. 50 EUR pro Kind fällig. Viele Beamte nutzen deshalb die Chance, ihre Kinder privat zu versichern. Arbeitnehmer und Selbstständige mit drei oder mehr Kindern kommen in der gesetzlichen Versicherung häufig günstiger weg.

Mit wie vielen Kindern in die PKV, wann ist die GKV im Vorteil?

  • Für Familie mit bis zu 2 Kindern ist die PKV meist nicht teurer als die gesetzliche KrankenversicherungVorausgesetz der Ehepartner zahlt seinen eigenen Beitrag zur PKV oder GKV und ist nicht familienversichert.
  • Rechnet man auf den GKV Beitrag noch (fairer Weise) Zusatzversicherungen (ambulant, stationär, Zahn, Krankentagegeld) oder Selbstbehalte dazu kann sogar eine Familie mit 3 Kindern in der PKV finanziell besser dastehen.
  • Arbeitet der Ehepartner dauerhaft nicht ist es meist günstiger mit Kindern die Familienversicherung der GKV zu nutzen.
  • Bei Beamten und Ärzten ist auf Grund günstigerer Beiträge in den meisten Fällen die PKV die bessere Wahl

Nicht vergessen: Kinder stehen irgendwann auf eigenen Beinen. Dann sind PKV-versicherte Eltern wieder meist günstiger und besser versorgt als in der GKV. Ein eventueller Mehrbeitrag gegenüber der GKV- Familienversicherung ist oft nur temporär. Haben Sie also auch im Rentenalter hohe Einkünfte, lohnt sich der Blick zur PKV.

Beispielhaft der Verlauf der Beiträge mit zwei Kinder und folgenden Parametern:

  • Berufsstand: Selbstständige
  • Monatseinkommen: 5.000,00 €
  • Gehaltssteigerung: 2,00 %
  • Beitragssteigerung GKV: 3,29 %
  • Zusatzbeitrag: 1,30 %
  • Zusatzversicherung: 50,00 €
  • PKV Beitrag: 609,09 €
  • Beitragssteigerung PKV: 3,20 %
  • BBG (Monat): 4.837,50 €
  • GKV Beitragssatz: 14,60 %
  • Steigerung Zusatzbeitrag (Jahr): 0,10 PP
  • PPV-Satz mit Kind: 3,05 %
  • Beitragssteigerung Kind PKV: 1,30 %
  • Umstieg Kind auf Erwachsene: 18 Jahre

Kinder und Arbeitnehmerzuschuss

Privat versicherte Angestellte erhalten Unterstützung für die Krankenversicherung, auch für den Anteil ihrer Kinder. Der Arbeitgeber übernimmt dabei die Hälfte der Kosten für die private Krankenversicherung bis zu einer Obergrenze: Der gesamte Zuschuss ist gedeckelt auf den GKV-Höchstbeitrag des Arbeitgebers von 384,58 EUR in 2021 + Pflegeversicherung. Erst einen eventuell darüber hinaus gehenden Beitrag zahlt der Arbeitnehmer aus eigener Tasche.

Freiberufler, Selbstständige und Unternehmer und Beamte zahlen den Beitrag komplett aus eigenen Mitteln.

Was passiert, wenn die Bürgerversicherung eingeführt wird?

Der Begriff Bürgerversicherung bezeichnet in Deutschland verschiedene Konzepte eines solidarischen Sozialversicherungssystems. Die Idee ist, dass ausnahmslos alle Bürger und unter Einbeziehung aller Einkunftsarten Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen. Medizinische Sonderleistungen über die Grundversorgung hinaus sollen weiterhin durch private Zusatzversicherungen möglich sein.

Unstrittig ist, dass es schon aus verfassungsrechtlichen Gründen für PKV-Versicherte eine Besitzstandswahrung geben muss. Zu Beginn der Bürgerversicherung wird der PKV-Versicherte voraussichtlich zwei Möglichkeiten haben, also zwischen den Systemen erneut wählen können. In beiden Varianten profitiert der PKV-Versicherte: 1. Bleibt man in der PKV, die ja trotz eventueller Mitgliederabgänge durchkalkuliert ist, profitiert man möglicherweise von nicht portablen Altersrückstellungen der GKV-Rückkehrer. 2. Bei einem Übertritt in die GKV kann man einen Teil seiner Altersrückstellungen nutzen um damit sehr günstige Zusatzversicherungen abzuschließen um den schlechteren Schutz zu kompensieren.

Ob es große Beitragsersparnisse in der Bürgerversicherung gibt kann man heute noch nicht sagen. Das demographische Problem inkl. Beitragssteigerungen ist damit nicht gelöst.

Ist die PKV unsolidarisch?

PKV Versicherte zahlen höhere Sätze bei Ärzten und haben höhere Kosten für bessere Medikamente. Sie finanzieren somit einen wichtigen Teil des Gesundheitssystems überproportional mit. Das kommt auch GKV-Versicherten zu Gute. Als PKV-Versicherter helfen Sie den GKV-Versicherten- denn durch die unkomplizierte Integration neuer und besser Behandlungsmethoden oder Technologie steigt auch der Druck auf die GKV diese für Ihre Mitglieder zu ermöglichen. Letztlich schützt der Systemwettbewerb nicht nur vor Leistungskürzungen, sondern auch vor innovationsfeindlicher Trägheit. Also ist die PKV alles andere als unsolidarisch.

Auch ist die GKV mit ihrer Verteilung von „jung und gesund“ zu „alt und krank“ nicht solidarisch und gerecht. Von der schrumpfenden Zahl junger, gesunder Berufstätiger wird erwartet, dass viele „Beitragsverbraucher“ finanziert werden. Das hat früher funktioniert, die Beiträge wurden auf viel mehr junge Arbeitende umgelegt- das wird in Zukunft nicht mehr klappen.

Ein Gutverdiener mit 150.000 EUR Einkommen p.a. mit Ehepartner und 5 Kindern, der sich und seine Angehörigen in der GKV versichert, profitiert von der kostenfreien Familienversicherung.  Für etwas über 900 EUR ist dann seine komplette Familie auf Kosten anderer versichert-  130 EUR pro Person decken die Kosten für diese Familie nicht. Solidarisch wäre, wenn solche Konstrukte unterbunden wären und der Gutverdiener sich hier nicht auf Kosten der Allgemeinheit in der GKV versorgt. Eine eigener Beitrag, wie in der PKV, wäre hier gerechter.

Kann ich die PKV wechseln, wenn ich nicht zufrieden bin?

Sollten Kunden einmal nicht zufrieden mit ihrer PKV sein liegt das vor allem an zwei Gründen:

  1. Die PKV hat eine (erwartete) Leistung nicht bezahlt
  2. Die PKV hat die Beiträge erhöht

Das erste Problem kann man mit der Auswahl des richtigen Tarifs umgehen. In unserer ausführlichen Beratung gehen wir auf viele Punkte ein und besprechen Leistungslücken der Tarife ausführlich, damit Sie keine bösen Überraschungen erleben.

Das zweite Problem hängt ebenfalls mit der Auswahl der Gesellschaft und des Tarifs zusammen. Zu berücksichtigen ist auch, dass die PKV Beiträge sprunghaft erhöht- z.B. auf einmal um 10 Prozent alle drei Jahre, anstatt jährlich um moderate 3 Prozent. Vermeiden lässt sich das vor allem mit dem Verzicht auf Billigtarife und Einsteigertarife. Suchen Sie sich direkt einen Leistungsstarken Tarif einer soliden Gesellschaft aus und bleiben Sie dort! Bilden Sie zusätzliche Altersvorsorge!

Sollte es einmal wirklich nötig sein die PKV zu wechseln bedenken Sie: Ein Verlust von Alterungsrückstellungen ist unvermeidlich und rächt sich oft im Alter! Eine Ersparnis von einigen Euro heute hat meist später einen deutlich höheren Beitrag zur Folge. Außerdem ist eine erneute Gesundheitsprüfung fällig, die immer auch ein Risiko der vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung birgt. Wenn ein Kunde aus Grund 1. wechseln möchten, gibt es meistens eine Vorerkrankung. Für Grund 2 gibt es andere Möglichkeiten ohne Verlust der Alterungsrückstellungen (Selbstbehalt, Tarifwechsel, Kündigung einzelner Bausteine, Standardtarif, Basistarif).

Fazit:

Für viele kritische Fragen zur PKV gibt es klare Antworten. Nicht für jeden ist die PKV die richtige Wahl. Erwarten Sie allerdings auch im Rentenalter eine überdurchschnittliche Versorgung oder sind Sie im Versorgungswerk, sollten Sie sich die PKV als Alternative gründlich anschauen.

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Krankenversicherung und Versorgungswerk

Apotheker, Architekten, Ärzte, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer und Zahnärzte können sich von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreien lassen und Mitglied in einem für ihren Beruf vorgesehenen Versorgungswerk werden. Ingenieure und psychologische Psychotherapeuten können sich neben der GRV zusätzlich in einem Versorgungswerk versichern.

Es gibt einige Besonderheiten die Mitglieder eines Versorgungswerks beim Thema Krankenversicherung beachten müssen. Zudem haben diese Berufsgruppen häufig ein deutlich höheres Einkommen als der Durchschnitt, sowohl im Erwerbsleben als auch im Rentenalter. Das führt zu der Frage, wie man sich am besten Krankenversichert- zumal kein Zuschuss zur Krankenversicherung durch das Versorgungswerk für Rentner vorgesehen ist.

Folgende Konstellationen sollen an dieser Stelle vorgestellt werden:

1. Rente aus Versorgungswerk – ohne Anspruch auf eine gesetzliche Rente

Freiwillig versichert = oft Maximalbeitrag in der GKV!

Ohne eine zusätzliche Rente aus der gesetzliche Rentenversicherung haben Versorgungswerker/innen keinen Anspruch darauf in die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) aufgenommen zu werden. Sogar wenn sie während des Erwerbslebens pflichtversichert waren, werden sie durch den Versorgungsrentenbezug als „freiwillig versichert“ eingestuft.

Für die Beitragsberechnung werden in der KVdR die Rente der gesetzlichen Rentenversicherung, die Rente des Versorgungswerks, Betriebsrenten und evtl. Einkünfte aus einer Selbstständigkeit (falls man z.B. nebenbei etwas weiterarbeitet) bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtig. Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Kapitaleinnahmen und weitere Renten hingegen werden nicht mit Krankenversicherungsbeiträgen belastet! Dieser Vorteil entfällt für reine Versorgungswerksrentner! Denn: Grundsätzlich werden bei freiwillig versicherten Rentnern alle Einkünfte bei der Beitragsbemessung berücksichtigt. Dazu zählen sowohl Versorgungsbezüge und Einkommen aus nebenberuflichen selbständigen Tätigkeiten als auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Ein Beispiel sehen Sie hier:

Es ist also keineswegs so, dass die GKV automatisch zu einem günstigen Beitrag im Alter führt. Hinzurechnen muss man sicherlich auch noch Beiträge für Zusatzversicherung (Ausland, Krankenhaus, Zahn…) um einen über die gesetzliche Einheitsbehandlung hinaus versorgt zu werden.

Privat versichert = Einkommensunabhängige Beiträge

Für reine Versorgungswerkrentner/innen mit überdurchschnittlichem Einkommen ist die PKV häufig die bessere Wahl. Gerade für Ärzte und Zahnärzte, die nochmals einen geringeren Beitrag zahlen, ist das besonders Vorteilhaft. Mit Rentenbeginn sinkt der PKV-Beitrag aufgrund entfallender Beitragsbestandteile wie Krankentagegeld und 10%igem gesetzlichen Zuschlag. Hat man die Beitragsersparnis gegenüber der GKV im Erwerbsleben zusätzlich zurückgelegt (z.B. mit einer Basisrente oder einem Beitragsentlastungtarif) dreht sich das Blatt endgültig in Richtung PKV. Zusätzliche Leistungen für Zähne, Krankenhaus und Auslandsreisen sind bereits im Beitrag enthalten.

2. Rente aus Versorgungswerk mit zusätzlichem Bezug einer gesetzlichen Altersrente

Wenn Sie Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung zusätzlich zum Versorgungswerk haben, 9/10 der zweiten Hälfte ihres Erwerbslebens in der GKV waren und als Rentner keine Hauptberufliche Tätigkeit mehr ausüben, steht ihnen der Weg in die KVdR offen. Das ist der „Jackpot“.  Dann werden zur Beitragsberechnung nur die „Renten“ berücksichtig. Vorteil in diesem Beispiel: über 180 EUR pro Monat. Bei 25-jährigem Rentnerdasein ein Minderbeitrag von 54.000 EUR (25 Jahre x12 Monate x 180 EUR) für die gleiche Leistung!

Ein Tipp: Bevor ihnen als Rentner die freiwillige Versicherung droht, lassen Sie sich Kindererziehungszeiten in der GRV anrechnen. Diese werden dem Elternteil zugerechnet, der das Kind überwiegend erzieht, meist der Ehefrau. Erziehen Sie als Mutter und Vater Ihr Kind gemeinsam, ohne dass der Erziehungsanteil eines Elternteils überwiegt, erhält grundsätzlich die Mutter die Kindererziehungszeit. Bereits mit zwei nach 1992 geborenen Kindern haben Sie die Vorversicherungszeit erfüllt (60 Monate nötig, 36 Monate pro Kind). Für alle die ihre Wartezeit durch Kindererziehungszeiten nicht erfüllen (für vor 1992 geb. Kinder werden 30 Monate angerechnet) besteht seit 2010 die Möglichkeit, nicht erfüllte Wartezeiten in der GRV mit zusätzlichen eigenen Beiträgen zu ergänzen. Lassen Sie sich dazu von der Deutschen Rentenversicherung beraten. Warten Sie nicht bis zu ihrer Rente ab, sondern lassen Sie ihre Kindererziehungszeiten anrechnen und klären Sie eventuelle Zuzahlungen um ihren Rentenanspruch zu sichern.

Aber Vorsicht! Bereits durch einen minimalen Rentenversicherungsanspruch stellt sich einen Versorgungswerker besser als andere Versicherte. Viele Menschen empfinden das als ungerecht- und wahrscheinlich haben sie recht. Nach Meinung vieler Experten (und auch von geschätzten Kollegen) wird dieses Schlupfloch irgendwann geschlossen werden. Sich darauf zu verlassen halten wir für keinen guten Plan. Eine Entscheidung für die GKV oder die PKV sollte unabhängig dieser Mauschelei getroffen werden.

Versorgungswerk und PKV – wer zahlt die Anschlussheilbehandlung?

Die PKV kann sich finanziell lohnen, jedoch sollte das nicht das entscheidende Argument für einen Wechsel sein. Vielmehr ist mit einem ähnlichen finanziellen Aufwand wie in der GKV zu rechnen, auch wenn dieser sich auf Grund verschiedenartiger Finanzierung und Beitragsmessung der Systeme anders verteilt. Unbestritten ist aber die bessere Versorgung in der PKV- natürlich nicht pauschal, sondern abhängig vom gewählten Tarif. Sehr günstige Tarife haben häufig eklatante Lücken im Bedingungswerk, welche ihnen ein Versicherungsunternehmen natürlich nicht an erster Stelle präsentiert. Denn dann würden sich diese Tarife nicht verkauft lassen. Wir raten zu Tarifen mit umfassenden Leistungen und einer soliden Kalkulation. So bleiben unsere Kunden lange zufrieden mit ihrem Tarif. Nutzen Sie unseren unabhängigen Vergleich, denn so erkennen Sie alle Stärken und Schwächen der in Frage kommenden oder ihres bestehenden Tarifs.

Ein Beispiel schlechter Leistung ist das Thema Kurleistungen (präventiv), Rehabilitationsmaßnahmen inkl. ambulanter und stationärer Anschlussheilbehandlung für Versorgungswerkmitglieder. Anders als aus der gesetzlichen Rentenversicherung sehen die Versorgungswerke an dieser Stelle keine Leistung vor und schieben die Verantwortlichkeit auf die Krankenkassen. Nach § 5 Abs. 1 d) MB/KK 2009 ist die Kostenübernahme für Kuren, Rehabilitationsmaßnahmen und Anschlussheilbehandlungen aber auch bei einfachen Krankenkassen nicht vorgesehen. Diese Leistungen müssen also ist in den PKV-Bedingungen konkret als zusätzliche Leistung benannt sein! Denn an dieser Stelle können extreme Behandlungskosten entstehen- eine Reha kostet normalerweise mehrere tausend bis zehntausende Euro, je nach Krankheit. Eine gute Krankenversicherung hilft ihnen an dieser Stelle weiter. Eigentlich selbstverständlich, aber eben nicht in allen Tarifen. Für (potentielle) Mitglieder eines Versorgungswerks bzw. Selbstständige ohne GRV ist es also wichtig, auf möglichst umfassende Leistungen für Anschlussheilbehandlung zu achten! An dieser Stelle nutzen Sie unsere unabhängige Beratung und verschaffen Sie sich einen Marktüberblick um eine gute Entscheidung zu treffen.

Fazit:

Freiwillig gesetzlich Versicherte Rentner bekommen vom Versorgungswerk keinen KV-Zuschuss. Dieser ist bereits in der gegenüber der GRV höheren Versorgungswerk-Rente mit eingerechnet, vermindert den Beitrag aber nicht. Dazu sind Einnahmen aus Vermietung / Verpachtung und Kapitaleinkünfte beitragsrelevant. Der Höchstbeitrag liegt bei 928,80 EUR im Jahr 2021.  Hinzurechnen sollte man mindestens 100 EUR monatlich für Lücken, die in der GKV bestehen bleiben (Zuzahlungen, Versorgungslücken) oder für entsprechende private Zusatzversicherungen (ambulant, Zahn, Ausland, Krankenhaus). 

In der PKV ist der Beitrag unabhängig vom Einkommen. Mit einer überdurchschnittlichen Altersversorgung, Vermögen oder Mieteinnahmen sind Mitglieder eines Versorgungswerks meist in der PKV besser aufgehoben. Zum Rentenbeginn entfällt der gesetzliche Zuschlag von 10% und die Beiträge für das Krankentagegeld, es wird deutlich günstiger als zuvor. Folgt man unserer Empfehlung eine Beitragsersparnis gegenüber der GKV in einen Beitragsentlastungstarif oder eine steuergeförderte Basisrente zu investieren, bietet die PKV die deutlich bessere Versorgung.

Achten Sie auf wichtige Punkte auf unserer Seite „PKV – der richtige Tarif“, insbesondere auf die Anschlussheilbehandlung und ein ordentliches Krankentagegeld. Für die Finanzierung des Beitrags im Alter nutzen Sie Beitragsentlastungstarife oder eine Rentenversicherung (Privat/Rürup).

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Weiteres Wissen zur PKV

Ergänzend zu den oben vorgestellten Punkten, die bei der Wahl der PKV wichtig sind, gibt es weitere gewichtige Informationen zu dem Thema, bei denen wir Sie auch gerne persönlich beraten. Verschaffen Sie sich aber gerne im Vorfeld einen Überblick in unser “KnowledgeBase“.

PKV Beitrag im Alter – was kommt auf mich zu?

Die PKV wird im Rentenalter unfassbar teuer? Sind das medial ausgeschlachtete Extrembeispiele oder stimmt das? Richtig ist: Sowohl in der privaten als auch in der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Beiträge steigen. Beide versichern die Gesundheit von Menschen, die Ursachen für Kostensteigerungen betreffen beide Systeme.

Kalkulation der PKV Beiträge

Der Beitrag einer privaten Krankenversicherung wird über die gesamte Versicherungsdauer so kalkuliert, dass er bei jungen Leutenoberhalb der zu erwartenden Kosten liegt (positive Differenz). Die positive Different wird zurückgelegt um damit die höheren Krankheitskosten im Alter zu decken.  Denn dann liegt der Beitrag unter den zu erwartenden Leistungen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Beitrag nicht alleine wegen des Älterwerdens steigt.

Die Beitragssteigerungen haben also nichts mit dem älter werden zu tun, sondern haben Ihre Ursache z.B. der Kostensteigerung im Gesundheitswesen.

Aus dieser positiven Differenz werden Alterungsrückstellungen gebildet. Zusätzlich enthält jeder PKV-Beitrag eine gesetzliche Rückstellung von 10% um zusätzliche Rückstellungen aufzubauen. Diese werden von der Gesellschaft angelegt und sorgen dafür, dass die Beiträge zur PKV im Alter bezahlbar bleiben.

Warum führt ein häufiger Wechsel der Krankenkasse im Alter zu hohen Beiträgen?

Ein Teil des Beitrages wird intern zurückgelegt und hilft, die Versicherungsleistungen auch im Alter zu finanzieren – möglichst ohne steigende Beiträge. Das sind die sog. Alterungsrückstellungen. Für einen niedrigen Altersbeitrag ist es also elementar wichtig, während des Erwerbslebens möglichst viele Rückstellungen in seinem Vertrag anzusparen. Ein Gesellschaftswechsel vernichtet den Großteil der Rückstellungen, der Folgeversicherer fängt neu an zu sparen. Der zur neuen Gesellschaft mitgenommene „Übertragungswert“, ist deutlich geringer ist als die Alterungsrückstellungen. Für seit 2009 abgeschlossene Verträge ist der Übertragungswert etwas höher, das ändert aber nichts an der Grundlegende Problematik. Vermutet man, dass der eigene Vertrag zu teuer ist, sollte man sich erst einmal Gesellschaftsintern nach Alternativtarifen umschauen. Ein Wechsel mit 100 EUR Beitragsersparnis pro Monat und gleichzeitigem Verlust von 50.000 EUR Rückstellungen ist kein gutes Geschäft.

Wie hoch wäre Ihr GKV-Beitrag als Rentner?

Der GKV- Beitrag im Alter hängt von ihrem Status (pflichtversichert in der Krankenversicherung der Rentner oder freiwillig gesetzlich versichert) und der Höhe Ihrer Einnahmen ab, siehe Tabelle am Ende dieser Seite. Die Krankenversicherungsbeiträge werden zum Teil direkt von der Rentenversicherung an die GKV überwiesen ohne Umweg über Ihr Konto- deshalb kommt vielen der Beitrag zur GKV niedrig vor.  PKV Beiträge werden voll von Ihrem Konto abgebucht. Aber auch für PKV versicherte Rentner gibt es vom Rentenversicherungsträger einen Zuschuss in Höhe von 7,95 % (Hälfte allgemeiner Beitragssatz plus Hälfte durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz) des Rentenzahlbetrages. Je 1.000 Euro Rente ermäßigt sich der PKV-Beitrag also noch einmal um 79,50 EUR!

Beispiel: Beitragshöhe GKV-Versicherte Rentner

Zwischenfazit: Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung sind hohe Beiträge (max. 928,80 EUR monatlich für Kranken+ Pflege) bei entsprechendem Einkommen zu bezahlen. Hinzu kommen noch Selbstbehalte und Kosten für Zusatzversicherungen. Für viele Gutverdiener, die eine hohe gesetzliche Rente erwarten bzw. als freiwillig Versicherte (z.B. Mitglieder eines Versorgungswerkes) auf nahezu alle Ihre Einnahmen Krankenversicherungsbeiträge zahlen lohnt sich ein Blick in Richtung PKV.

Im Erwerbsleben liegt der PKV Beitrag häufig, auch für Premiumtarife, deutlich unter dem Höchstbeitrag zur GKV. Wie auf unserer Seite „Gesetzliche Krankenversicherung“ beschrieben fehlen einige Leistungen in der GKV die man für einen fairen Vergleich noch auf den Höchstbeitrag von 928,80 EUR im Jahr 2021 hinzurechnen muss. Das kann man z.B. mit zusätzlichen Kosten für eine Krankenhauszusatz- und einer Zahnzusatzversicherung tun. Diese liegen bei ca. 70 Euro pro Monat. Nach hinzurechnen der Zusatzversicherungen und trotzdem noch verbleibenden Selbstbehalten z.B. für Hilfs- und Heilmittel und Medikamente haben Gutverdiener einen „echten“ GKV-Beitrag die 1000 EUR monatlich.

PKV im Alter – so bleibt der Beitrag bezahlbar

Für junge und gesunde Menschen ist die PKV erstmal deutlich günstiger. Eine Ersparnis gegenüber der GKV sollte nicht ausgeben werden, sondern zusätzlich für den Aufbau einer Altersvorsorge dienen. Das lohnt sich für PKV-Versicherte als Rentner dann besonders, denn hier werden Einkünfte, z.B. aus Vermietung und Verpachtung nicht mit höheren Krankenversicherungsbeiträgen bestraft. Der beste Schutz vor zu hohen Beiträgen ist immer noch, rechtzeitig für eine passende Altersvorsorge zu sorgen- unabhängig davon in welchem System Sie sich befinden. Ein Beispiel: ein guter Tarif kostet für einen 30-jährigen inkl. Krankentagegeld, Pflegepflicht und Auslandsreise-KV 745,76 EUR und damit 183,04 EUR weniger als er in einer durchschnittlichen GKV bezahlt. Dieser Abstand bleibt nicht immer konstant, vergleicht man jedoch die Beitragsentwicklungen der GKV und der PKV verhalten die Beitragsverläufe ähnlich. Das ist einleuchtend- beide leisten für die medizinische Versorgung von Menschen und sind von der gleichen Kostensteigerung des medizinischen Fortschritts betroffen.

Um Geld zu sparen sollen Sie nicht in die PKV wechseln. Eine positive Differenz zur GKV sollen Sie nicht verkonsumieren.

Möglichkeit 1:  Ein krankenkasseninterner Beitragsentlastungstarif zur Verringerung der PKV- Beiträge im Alter. Der Arbeitgeber beteiligt sich an der Hälfte bis zum Höchstsatz der GKV. Das ist die einfachste und sicherste Möglichkeit. Bereits heute wird eine Beitragsentlastung zu einem bestimmten Zeitpunkt garantiert.

Möglichkeit 2: In unserem Beispiel spart man die Differenz zur GKV von 183,04 EUR monatlich für 35 Jahre. Unterstellt man eine Verzinsung von 4% p.a. stehen zum Rentenbeginn 165.259,78 EUR zur Verfügung. Man kann 779,53 EUR monatlich für die nächsten 30 Jahre entnehmen und die beste medizinische Versorgung ist bis zum Alter 95 ohne Mehrkosten bezahlbar.

Für Details sprechen Sie uns gerne an, Gutverdiener nutzen hier auch gerne die „Steuersparvariante“.

Beitragssteigerungen

Wichtig: In Presseartikeln wird jährlich über exorbitante Beitragssteigerungen berichtet. Bei der Berichterstattung scheint der Schwerpunkt auf möglichst hohe Prozentzahlen zu liegen. Vermeintlich um Vorurteilen und Halbwahrheiten zu manifestieren und Artikel interessant erscheinen zu lassen.

Die PKV kann ihre Beiträge anpassen, wenn die tatsächlichen Gesundheitskosten eines Versichertenkollektivs mehr als 10% von den kalkulierten Kosten abweichen. Das ist in der Regel alle paar Jahre durch die normale Inflation und Mehrkosten für medizinischen Fortschritt der Fall.

Während die GKV gleichmäßig ihren Beitrag in jedem Jahr anpasst, muss die PKV auf einen Schwellenwert warten um die Beiträge anzupassen. Das führt zu sprunghaften Anstiegen, wird in den Medien als Katastrophe dargestellt, kommt am Ende aber auf ein ähnliches Ergebnis wie die GKV. In den letzten zehn Jahren steigerte die GKV ihren Beitrag sogar um 3,3% während die PKV im Schnitt nur um 3,0% anpassen musste.

Wer befürchtet, seine Alterseinkünfte seien zu niedrig sind, um sich den Versicherungsschutz leisten zu können, für den gibt es Beitragsentlastungstarife. Damit lassen sich gezielt niedrigere Beiträge im Alter erreichen und zusätzlich Beitragssteigerungen verringern. Arbeitnehmer können in vielen Fällen auch für die Beiträge zu diesen Tarifen den Arbeitgeberanteil nutzen. Man beteiligt also heute den Arbeitgeber und profitiert davon als Rentner.

Beitragsentlastungen

Spätestens zum Renteneintritt wird die PKV sogar günstiger!

  • Der gesetzliche Zuschlag von 10% zur Kostendämpfung im Alter fällt bereits mit dem 60. Lebensjahr weg.
  • Spätestens zum Rentenbeginn fällt der Baustein für das Krankentagegeld weg, denn im Krankheitsfall wird die Rente weitergezahlt, eine Lohnfortzahlung ist nicht nötig
  • Privat versicherte Rentner erhalten von der Gesetzlichen Rentenversicherung einen Zuschuss zu ihrer Krankenversicherung. Der Zuschuss beträgt derzeit 7,3 Prozent vom Zahlbetrag der Rente. Die Zahlung auf die Hälfte des tatsächlichen PKV-Beitrags begrenzt, was aber in den meisten Fällen nicht relevant ist.
  • Sie haben nach§204 VVG das Recht einen Tarifwechsel innerhalb Ihrer Gesellschaft durchzuführen. Das kann für Sie vorteilhaft sein, grade wenn Sie mit vielen Alterungsrückstellungen in einen neuen Tarif wechseln. Eine Mehrleistung wird ausgeschlossen. Über 60-jährige Versicherte werden in ihrer Beitragsinformation konkret auf andere Tarife hingewiesen, wenn diese für sie finanziell günstiger sind. Das muss allerdings nicht immer die optimale Lösung sein. Lassen Sie sich zu diesem Thema bitte ausschließlich von Experten beraten. Wir stellen Ihnen gerne einen Kontakt her.
  • Beamte erhalten in den meisten Bundesländern in der Pension mehr Beihilfe, müssen also weniger selbst absichern. Folglich wird der Krankenversicherungsbeitrag günstiger.

Fazit: wechseln Sie nicht in die PKV um es günstiger zu haben. Der Sinn einer guten PKV ist die bestmögliche Versorgung im Krankheitsfall. Sparen Sie die Differenz zur GKV. Starten Sie nicht zu spät in die PKV, am besten unter 40. Entscheiden Sie sich direkt für die richtigen Gesellschaft- hin und her macht Taschen leer-  ein späterer Gesellschaftswechsel geht immer mit einem Verlust eines Großteils ihrer Alterungsrückstellungen einher. Spätestens im Rentenalter bekommen Sie dafür die Rechnung.

Sie haben eine Frage? Buchen Sie hier direkt einen Termin.

Kinder in der PKV – teuer oder nicht?

In der PKV gibt es keine Familienversicherung. Während in der gesetzlichen Versicherung auch Kinder und Lebenspartner kostenfrei mitversichert werden können, muss in der privaten jeder selbst versichert sein und einen eigenen Beitrag zahlen. Dafür hat jeder dann auch Anspruch auf optimale medizinische Versorgung.

Der Beitrag für Kinder fällt bis zum Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums an. Dann versichern sich die Kinder selbst und zwar entweder gesetzlich oder zu sehr moderaten Ausbildungstarifen in der PKV.  Der Zeitraum einer Mehrbelastung durch Kinder ist also begrenzt.

Was gilt in Mutterschutz und Elternzeit

Einige private Krankenversicherer bieten eine 6-monatige Beitragsbefreiung bei Elternzeit. Die Planung wie lange die Elternzeit läuft und der Wiedereinstieg ins Berufsleben vorgesehen ist sehr individuell. Wir können nicht jeden Fall durchspielen, deshalb verweisen wie für weitere Informationen die eigens dafür erstellte Seite des PKV-Verbands „Privat versichert in Mutterschutz und Elternzeit“.

Wann sind Kinder wo zu versichern?

Das Thema ist ebenfalls beim PKV- Verband sehr anschaulich dargestellt:  Privatversichert mit Familie und Kindern

Ein Tipp: Zwei privat versicherten Elternteile mit mehreren Kindern teilen die Kinder auf ihre Versicherungen auf um zwei Mal den vollen Arbeitgeberzuschuss zu erhalten. So beteiligen Sie ihren Arbeitgeber an den Krankenversicherungskosten ihrer Kinder.

Beitrag für Kinder in der PKV

Die Pflegepflichtversicherung ist für Kinder Beitragsfrei enthalten ebenso werden in den Tarifen keine Altersrückstellungen gebildet. Für Kinder liegt der Beitrag so nur bei ca. 150 EUR pro Monat. Für Beamtenkinder mit 80% Beihilfe werden sogar nur ca. 50 EUR pro Kind fällig. Viele Beamte nutzen deshalb die Chance, alle ihre Kinder privat zu versichern. Arbeitnehmer und Selbstständige mit drei oder mehr Kindern kommen in der gesetzlichen Versicherung häufig günstiger weg.

Mit wie vielen Kindern in die PKV, wann ist die GKV im Vorteil?

  • Für Familie mit bis zu 2 Kindern ist die PKV nicht teurer als die gesetzliche Krankenversicherung. Vorausgesetz der Ehepartner zahlt seinen eigenen Beitrag zur PKV oder GKV und ist nicht familienversichert.
  • Rechnet man auf den GKV Beitrag noch (fairer Weise) Zusatzversicherungen (ambulant, stationär, Zahn, Krankentagegeld) oder Selbstbehalte dazu kann sogar eine Familie mit 3 Kindern in der PKV finanziell besser dastehen.
  • Arbeitet der Ehepartner dauerhaft nicht ist es meist günstiger die Familienversicherung der GKV zu nutzen.

Nicht vergessen: Kinder stehen irgendwann auf eigenen Beinen. Dann sind PKV versicherte Eltern wieder meist günstiger und besser versorgt als in der GKV. Ein eventueller Mehrbeitrag gegenüber der GKV- Familienversicherung ist oft nur temporär. Haben Sie also auch im Rentenalter hohe Einkünfte, lohnt sich der Blick zur PKV.

Kinder in der PKV versichern

Für Kinder wird, genau wie für Erwachsene, eine Gesundheitsprüfung fällig. Diese kann mit einer Annahme, einem Risikozuschlag oder sogar mit einer Ablehnung wegen Nichtversicherbarkeit enden. Wenn Sie also mit Ihrer Familie in die PKV wechseln wollen machen Sie zuerst eine Risikovoranfrage bei den in Frage kommenden Gesellschaften um die Konditionen vorab zu klären.

Für Neugeborene ist es einfacher: bei Kindernachversicherung innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt bei einem privaten Krankenversicherer der Eltern entfällt die Gesundheitsprüfung. Dann ist der Versicherer verpflichtet, das Kind aufzunehmen und es ohne Wartezeit oder eine Gesundheitsprüfung zu versichern. Der Vertrag des privat krankenversicherten Elternteils muss dafür bereits seit mindestens drei Monaten bestehen.

Wichtig: Bei Kindernachversicherung hat das Kind ein Recht auf den gleichen Leistungsumfang wie der Elternteil. Wer also Kinder plant sollte bei der Auswahl seines eigenen Tarifs bedenken, dass er auch die Tarife der Kinder mitauswählt. Ein leistungsstärkerer Tarif ist nur mit einer Gesundheitsprüfung möglich -kommt ein Kind aber nicht ganz gesund auf die Welt ist diese Möglichkeit verbaut. Also: eher den besseren oder besten Tarif wählen.

Kinder und Arbeitnehmerzuschuss

Privat versicherte Angestellte erhalten Unterstützung für die Krankenversicherung ihrer Kinder. Der Arbeitgeber übernimmt dabei die Hälfte der Kosten für die private Krankenversicherung. Allerdings nur bis zu einer Obergrenze: Der gesamte Zuschuss ist gedeckelt auf den GKV-Höchstbeitrag des Arbeitgebers von 384,58 EUR in 2021. Was darüber hinaus geht zahlt der Arbeitnehmer aus eigener Tasche.

Freiberufler, Selbstständige und Unternehmer zahlen den Beitrag aus eignen Mitteln.

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Privat versichert bei Arbeitslosigkeit

Privatversicherte, die vor dem 55. Lebensjahr arbeitslos werden und ALG I beziehen werden in der Regel in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Nach dem 55 Lebensjahr bleiben Arbeitslose in der Regel in der PKV. Hier ist eine Entlastung häufig über einen Tarifwechsel möglich.

Ist man in den letzten fünf Jahre in der PKV und dann von Arbeitslosigkeit betroffen, kann man sich innerhalb von drei Monaten von der Versicherungspflicht befreien lassen und privat versichert bleiben (§ 8 Abs. 1 Nr. 1a SGB V). Die Bundesagentur für Arbeit zahlt einen Teil zur privaten Krankenversicherung dazu (§ 258 SGB V). Die Höhe bemisst sich an dem, was eine Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Kranken- und der Pflegeversicherung kosten würde.

Variante 1 ist vor allem für alleinverdienende Ehepartner und mit Kindern meist die bessere Variante, hier profitieren man von der kostenlosen Familienversicherung.

Variante 2 ist für Singles oder Doppelverdiener mit kurzfristiger Arbeitslosigkeit der Verbleib in der PKV meist die bessere Wahl

Scheiden Sie vorübergehend aus der PKV aus sollte man seinen Tarif auf eine Anwartschaft umstellen. Manche Krankenversicherer machen das bei Arbeitslosigkeit sogar eine Zeit lang kostenfrei. Damit sichert man sich die Rückkehr in die PKV ohne erneute Gesundheitsprüfung.

In keinem Fall steht man ohne Krankenversicherungsschutz da.

Ausführlich zusammengefasst ist das Thema auch beim PKV-Verband zu finden.

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Krankenzusatzversicherung – die gesetzliche Krankenversicherung sinnvoll ergänzen

Die Leistungen der GKV werden regelmäßig verändert. Maßnahmen wie die Gesundheitsreform (2000, 1994, 1989), das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (2004, 2005) oder das Solidaritätsstärkungsgesetz (1999) haben teilweise positive Effekte, waren aber vor allem mit Leistungskürzungen verbunden.  In vielen Bereichen gibt es inzwischen massive Kostenrisiken für GKV-Versicherte. Ob sich eine Zahnzusatzversicherung lohnt, hängt stark davon ab, ob in Zukunft viel und hochpreisigen Zahnersatz benötigt werden. Für alle die nicht mit Amalgam und Metall im Mund leben möchten oder einen lange haltbaren Zahnersatz wünschen und das Kostenrisiko nicht tragen wollen bietet sich eine Zusatzversicherung an.

Zahnzusatzversicherung

Die Leistungen im Zahnbereich sind lückenhaft und sollten mit einer Zahnzusatzversicherung abgesichert werden. Sogar in der Regelversorgung, die Zahnärzte oft nicht empfehlen, verbleiben hohe Eigenanteile beim Patienten.

Der Abschluss sollte bereits in jungen Jahren erfolgen. Dann sind die Beiträge günstiger und die Zähne noch in besserem Zustand. Bereits kaputte Zähne lassen sich nicht sinnvoll versichern. Für anstehende Therapien kommt die Zusatzversicherung nicht auf!

Wie finde ich die richtige Zahnzusatzversicherung?

Das Verbraucherportal Finanztip empfiehlt bei der Zahnzusatzversicherung „vor allem auf die Leistungen (zu) schauen und erst in zweiter Linie auf den Preis“. Grade billige Angebote enthalten viele Lücken und Fallstricke und lohnen sich meist nicht.

Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Eine hohe prozentuale Erstattung für Zahnersatz, Implantate, Kronen und Brücken und Inlays, passgenaue Füllung aus Kunststoff, Keramik oder Gold gehören eigentlich nicht zum Zahnersatz, werden aber von Zusatzversicherungen oft ebenfalls erstattet. Der Zuschuss der GKV beträgt hier regelmäßig nur 50 EUR. Damit wird auch klar, warum mit einem „doppelten Kassenzuschuss“ werbende Billigtarife sich oft nicht lohnen.
  • Zahnprophylaxe: Zahnärzte empfehlen eine professionelle Zahnreinigung mindestens zweimal pro Jahr. Manche Gesetzliche Krankenversicherung bezahlen einmal im Jahr einen kleinen Zuschuss. Die Leistungen der Zahnzusatzversicherung sind deutlich höher. Nun sind die anfallenden Kosten von 200 EUR p.a. nichts, was man extra versichern muss. Lässt man sich aber die Kosten von der Zusatzversicherung erstatten, die z.B. 30 EUR pro Monat kostet, hat man unterm Strich einen Beitrag von nur 160 EUR für alle wirklich teuren Fälle gut gewappnet (360 EUR Jahresbeitrag -200 EUR Erstattung= 160 EUR Beitrag p.a.)
  • Wartezeiten und Erstattungsgrenzen
  • So ziemlich jede Zusatzversicherung arbeitet mit Wartezeiten oder Erstattungsgrenzen oder einer Kombination aus beidem in den ersten Versicherungsjahren. Hiermit soll verhindert werden, dass Menschen die bereits Zahnprobleme haben die Versichertengemeinschaft zu sehr belasten. Wichtig: die Wartezeit möglichst kurz wählen (gut sind 0-3 Monate). Je höher die Zahnstaffel desto besser.
  • Gesundheitsfragen: Wie immer sollten die Gesundheitsfragen, falls vorhanden, ehrlich, vollständig und sorgfältig beantwortet werden. Andernfalls kann der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung verweigern.

Krankenhauszusatzversicherung

Eine Krankenhauszusatzversicherung ist wichtig für Leute, die Wert auf die Unterbringung in einem Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus legen. Sie haben den Status eines Privatversicherten und somit auch die Möglichkeit sich vom Chefarzt oder einem Spezialisten nach Wahl behandeln zu lassen. Dabei geht es vorrangig nicht um das komfortable Einzelzimmer, in dem man vor Infektionen besser geschützt ist und seine Ruhe hat. Es sind vielmehr die besseren Behandlungen durch Spezialisten oder neue Heilmethoden, die nicht alle öffentlichen Kliniken anbieten und von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen werden.

Je früher man die Zusatzversicherung abschließt, desto günstiger ist sie und desto weniger Vorerkrankungen hat man „angesammelt“, die es möglichweise schwierig machen überhaupt einen Vertrag zu bekommen. Die Beiträge liegen zwischen 5 und 85 EUR pro Monat, je nach Eintrittsalter.

Krankenhauszusatzpolicen werden auf zwei unterschiedliche Arten kalkuliert:

  • ohne Altersrückstellungen: diese Tarife haben einen regelmäßig steigenden Beitrag. Diese Policen sind beim Abschluss erst etwas günstiger, im Laufe der Zeit werden sie aber deutlich teurer. Häufig kündigen Versicherte Ihre Police im Alter wenn der Bedarf eigentlich am höchsten ist da die Kosten zu hoch werden.
  • Mit Altersrückstellungen: diese Tarife haben einen Sparanteil der dafür sorgen soll, dass die Beiträge auch im Alter bezahlbar bleiben. Theoretisch zahlt der Versicherte hier immer den gleichen Beitrag. Für beide Varianten gilt aber: kommt es zu Inflation oder höheren, nicht vorab kalkulierten Kosten kann der Versicherer die Preise anpassen. In der Regel sind diese Anpassungen aber moderat. Suchen Sie sich mit Hilfe unserer Beratung den richtigen Tarif aus- dieser wird sie ein Leben lang begleiten. Ein Wechsel macht nur in Ausnahmefällen Sinn: Eine erneute Gesundheitsprüfung und der Verlust der Altersrückstellungen sind die Folge.

Welche Variante ist nun besser? Eindeutig die Tarife mit Altersrückstellungen. Der Aufpreis ist nicht so gewaltig, dafür ist der Beitrag zum Zeitpunkt der höchsten Wahrscheinlichkeit längerer Krankenhausaufenthalte noch bezahlbar.

Wichtige Kriterien einer KH-Zusatzversicherung sind:

Keine Begrenzung auf die Höchstsätze der Gebührenordnung der Ärzte

Sofern zuvor schriftlich vereinbart, kann ein Spezialist auch deutlich über den Höchstsätzen abrechnen. Dann wird es richtig teuer, ist aber in vielen Fällen der einzige Zugang zum neuesten Stand der Medizin. Daher ist es wichtig, dass eine Krankenhaus-Zusatzversicherung auch Behandlungen über dem Höchstsatz der GOÄ abdeckt.  Bei geplanten Krankenhausaufenthalten oder teuren Operationen sollen Sie immer vorab den Versicherer informieren.

Chefarztbehandlung / Wahlarzt

Der Chefarzt ist nicht immer der beste Behandler. Es geht vielmehr darum, den besten Spezialisten für sein Leiden frei auswählen zu können.

Freie Arztwahl

Ein guter Tarif enthält Leistung für „gesondert berechenbare ärztliche Leistungen“, ebenso wie für Belegärzte.

Privatklinik

Eine Krankenhauszusatzversicherung lässt sich nur von gesetzlich Versicherten abschließen. Deshalb wird davon ausgegangen, dass die Behandlung in einem normalen Krankenhaus stattfinden.  In reinen Privatkliniken leisten nur wenige Krankenzusatzversicherungen.

Gemischte Anstalten

Krankenhäuser die Heilbehandlung machen und gleichzeitig Reha oder Kuren anbieten sind sogenannte „gemischte Anstalten“. Der Versicherer möchte natürlich keine Kosten bezahlen für die er nicht zuständig ist, z.B. für Reha (z.B. Rentenversicherung als Kostenträger). Es ist aber nicht immer transparent wann Heilbehandlung aufhört und Rehabilitation beginnt. Deshalb verweigern Krankenversicherungen sicherheitshalber die Zahlung in diesen Einrichtungen komplett. Jedes fünfte Krankenhaus ist eine gemischte Anstalt – bei geplanten Aufenthalten wenden Sie sich vorher an ihre Krankenversicherung. Im Notfall entscheiden sie nicht selbst in welches Krankenhaus sie eingeliefert werden. Eine gute KH-Zusatz sollte also zumindest im Notfall auch in gemischten Anstalten bezahlen!

Kosmetische Operationen

Sind meist in den Bedingungen ausgeschlossen, da nur für medizinisch notwendige Behandlungen geleistet wird.

Fristen und Genehmigungen

Verzichten Sie auf Tarife, die jede Leistung vorab genehmigen möchten. Das ist aufwendig und führt regelmäßig zu verweigerten Zusagen. Ideal sind Tarife, die keine schriftliche Genehmigung erwarten.  Fristen: geplante Krankenhausaufenthalt müssen in manchen Tarifen innerhalb einer gewissen Frist gemeldet werden, sonst können die Leistung gekürzt werden. Besser sind Anbieter die darauf verzichten.

Leistungen im Ausland

Meist Leitung in Europa und nicht weltweit, begrenz auf deutsche Sätze. Hier ggf. mit einer Auslandsreisekrankenversicherung ergänzen. Auch Begrenzung bei längerem Auslandsaufenthalt oder Wohnsitzverlegung.

Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht

Der Versicherer verzichtet auf sein Recht in den ersten drei Jahren den Vertrag zu kündigen- etwa wenn sich herausstellt, dass der Versicherte auch in der Zukunft wahrscheinlich hohe Kosten verursachen wird.

Leistung ausschließlich bei Unfällen oder schweren Krankheiten?

Es gibt Tarife, die nur nach Unfällen oder bei bestimmten schweren Krankheiten leisten. Diese sind oft günstiger, bieten aber in der Mehrzahl der Fälle keine Absicherung. Beispiel: das Coronavirus SARS-CoV-2 steht bisher in keiner schweren Krankheitsliste. Diese Tarife sind also nicht zu empfehlen.

Auslandsreisekrankenversicherung

Eine Auslands­reise-Kranken­versicherung braucht jeder, der sich außerhalb Deutschlands aufhält. Die Versicherung über­nimmt Kosten für eine notwendige medizinische Behand­lung und, wenn nötig, auch für den Rück­trans­port z.B. per Krankenwagen oder Flugzeug. Mit Ländern der EU und einigen weiteren hat Deutschland ein siehe Sozialversicherungsabkommen. Kosten werden hier zunächst von der GKV übernommen – allerdings können die dort vorgesehen Leistungen und die Kosten deutlich geringer aber auch deutlich teurer sein. Bei ernsten Erkrankungen oder Unfällen können enorme Summen zusammen­kommen. Ein Rück­trans­port beispielweise kann Kosten von Zehn­tausenden Euro verursachen. Also ist die Auslandsreise-KV für Urlauber sehr zu empfehlen. Gute Tarife gibt es für Singles bereits ab ca. 1 EUR pro Monat. Sehr gut ist der Tarif der Allianz: https://www.allianz.de/angebot/kooperation/gesundheit/reisekrankenversicherung/rechner

Hier werden auch medizi­nisch sinn­volle Rück­trans­porte über­nommen – zum Beispiel, weil ein Patient zu Hause schneller genesen kann. Das ist umfangreicher als nur medizinisch notwendige Rücktransporte, die auf fehlende Behandlungsmöglichkeiten in Gastland beruhen.

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Krankentagegeld

Im Laufe Ihres Lebens werden Sie mit einer Vielzahl von Krankheiten geplagt, die in der Regel gut verlaufen. Kommt es jedoch zu einer Krankheit, die Sie für mehrere Tage oder gar Wochen an das Bett bindet, erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber eine Lohnfortzahlung. Diese endet jedoch üblicherweise nach 42 Tagen. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt Ihre Krankenkasse die Fortzahlung Ihres Lohnes nach Maßgabe des jeweiligen Satzes. Da auf diesem Wege jedoch ein Differenzbetrag entstehen kann, können Sie eine Krankentagegeldversicherung abschließen, die diesen Differenzbetrag ausgleicht. Auf diesem Wege erhalten Sie für die Dauer der Krankheit und in Abhängigkeit der Konditionen der Versicherung den vollen Lohnbetrag. Diese Versicherung ist auch insbesondere Selbstständigen angeraten, die anderenfalls eine ungenügende finanzielle Absicherung im Krankheitsfall hätten.

Wird bei dem Versicherungsnehmer einer Krankentagegeldversicherung eine Krankheit diagnostiziert, die ihn möglicherweise sogar an ein Krankenhaus bindet, legen die Versicherungen in der Regel großen Wert auf Individualität und Wiedererkennbarkeit. Daher sind Versicherungen mit vielen Einschlüssen ausgestattet, die sich von Versicherung zu Versicherung unterscheiden. Wenn eine Frau eine Krankentagegeldversicherung abschließt, wird sie möglicherweise wünschen, dass die Versicherung beispielsweise einen Aufenthalt im Krankenhaus während einer Krankheit in der Schwangerschaft abdeckt. Da ein Aufenthalt in einem Krankenhaus während der Schwangerschaft einen Sonderfall darstellt, ist dieser nicht in jeder Krankentagegeldversicherung gedeckt. Wenn Sie eine Krankentagegeldversicherung für die Dauer Ihrer Krankheit oder ihres Aufenthaltes in einem Krankenhaus suchen, finden Sie in den verschiedenen Tarifen der Versicherung eine optimale Absicherung.

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Pflegetagegeld

Unsere moderne Zivilisation bringt neben vielen Vorteilen auch eine Reihe von Nachteilen mit sich, die es zu bewältigen gilt. Dass sich durch die erhöhte Lebenserwartung die Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit stark erhöht hat, ist einer der Nachteile. Mit einer Pflegerentenversicherung sind Sie nicht in der Gefahr, Ihre privaten Geldreserven für die monatlichen und, in der Regel, sehr hohen Pflegekosten einsetzen zu müssen. Je früher Sie eine Pflegerentenversicherung abschließen, desto billiger sind die monatlichen Beiträge.

Ein Beispiel einer pflegebedürftigen Krankheit, die ohne eine Pflegerentenversicherung finanziell belastend werden kann, ist die Demenz. Ist diese zur Zeit noch unheilbare Erkrankung bei Ihnen diagnostiziert worden, werden Sie ab einem bestimmten Stadium der Demenz Pflege bedürfen. Da diese Krankheit weiterhin häufig unter älteren Menschen vertreten ist, ist die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung hinreichend hoch, um sich zumindest Gedanken über den Abschluss einer Versicherung zu machen. Da die Demenz zudem eine Krankheit ist, die einer sehr intensiven Pflege bedarf, können sich die Kosten der Pflege für viele Menschen finanziell als außerordentlich belastend darstellen. Schließen Sie daher eine Pflegeversicherung ab, um im Alter keine Angst vor Ihrer gesundheitlichen und finanziellen Zukunft haben zu müssen.

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